InnoTrans 2018 Eingang Nord

InnoTrans 2018 – Ein Messerundgang

Wenn selbst in Berlin die Hotels knapp werden und die S-Bahn plötzlich voller Anzugträger ist, dann ist es wieder Zeit für das Branchenevent der Bahn- und Verkehrsindustrie: Die InnoTrans. Alle zwei Jahre ist die Schienenanlage auf dem Berliner Messegelände in Gebrauch und präsentiert die neuesten Highlights aus den Bereichen Schienenverkehr und Verkehrstechnik. Ein Rundgang mit Blick auf innovative Ideen und Highlights.

#DasFensteralsDisplay

Bei der chinesischen CRRC (China Railway Rolling Stock Corporation), dem größten Schienenfahrzeughersteller der Welt, wurde die Metro der nächsten Generation – CETROVO – vorgestellt.  Neben einer Carbon-Außenhaut und Predictive Maintenance Systemen ist die Besonderheit das sogenannte Passenger Information System, das sich nicht auf althergebrachten Tafeln, Aufklebern oder Displays befindet, sondern die Fenster selbst zur Spielwiese werden lässt. Hier können Nachrichten und Fernsehsendungen angesehen werden, im Internet gesurft und Fahrscheine erworben. Der Zug verfügt zudem über Touchscreen-Spiegel mit Internet, selbstreinigende Sitze, ein integriertes System für Hörgeräte und ein System für Klima und Licht, das sich den jeweiligen Bedingungen anpasst, um die Fahrt angenehmer zu gestalten.

#PredictiveMaintenance

Ein großer Trend in der Infrastruktur ist die sogenannte Predictive Maintenance. Hierbei messen Sensoren den Zustand beispielsweise der Gleis- und Weichenanlagen oder Zugteilen kontinuierlich, geben diese Daten weiter und so können mithilfe von Big Data Analysen Probleme erkannt werden, bevor sie auftreten. Weil ein Teil beispielsweise ein auffälliges Verhalten zeigt, bevor es kaputt geht und so rechtzeitig ausgetauscht werden kann, bevor das Problem zu Verzögerungen im Verkehr führt.  Ein Beispiel dafür ist das DIANA-System der Deutschen Bahn, die digitale Weichenanalyse.Weichendiagnose mit DIANA

#Val #PeopleMover

Val ist der neueste sogenannte Automated People Mover von Siemens. Bekannt sind solche Systeme insbesondere von Flughäfen, wo Sie die Terminals miteinander verbinden. Die Besonderheit hier: Val ist kein schienengebundenes System, die Wagen haben Reifen und können auf ebener Erde fahren. Das reduziert die Infrastruktur- und damit Anschaffungskosten. Weiterhin können je nach Betriebslage von zwei bis zu neun Wagen aneinandergekoppelt werden und durch die Automatisierung sind 60-Sekunden-Takte möglich. Ausgestellt ist ein Modell, das ab 2020 als Metro in der französischen Stadt Rennes unterwegs sein wird.

#AptisE-Bus

Neben den vielen Schienenfahrzeugen wurden auch Innovationen im Busverkehr gezeigt, der Trend hier heißt selbstverständlich Elektroantrieb. Der Aptis-Bus vom französischen Hersteller Alstom geht aber noch ein paar Schritte weiter: Alle vier Räder werden mit eigenen Elektromotoren betrieben, die alle lenkbar sind und möglichst weit vorn und hinten montiert, um die Platzausbeute im Innenraum auf ein Höchstmaß auszudehnen. So kann der nur 12m lange ungewöhnlich wendige Bus 95 Passagiere plus Rollstühle oder Kinderwagen aufnehmen. Alstom nutzt hier bewährte Konstruktionstechniken aus dem Schienenverkehr und überträgt diese auf die Straße.

#NeueS-Bahn #yeah

Innovationen der anderen Art zeigt die S-Bahn Berlin auf dem Außendisplay, hier wurde die neue Baureihe erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein Gemeinschaftsprojekt von Stadler und Siemens. Neu sind hier die verbesserten Fahrgastinformationen mit Anschlussauskunft (bekannt aus dem Regio und ICE), ein verbessertes Raumnutzungskonzept und die sinnvolle Integration von Multifunktionsabteilen. Für den leidgeprüften Berliner ein großer Moment.

#ÖBBCityjetEco

Ebenfalls von Siemens ist der Cityjet Eco genannte neue Zug der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB), dessen Besonderheit Batterien sind, die es ermöglichen bis zu 80 Kilometer ohne Oberleitung fahren zu können. Dies wird für nicht-elektrifizierte Strecken benötigt, auf denen sonst Dieseltriebwagen eingesetzt werden müssten oder ein Austausch der Loks mit Verzögerungen für die Reisenden vorgenommen werden müsste. Mit dieser Reichweite kann der Zug 80% des nicht-elektrifizierten Netzes in Österreich befahren und leistet einen wichtigen Beitrag zur grünen Mobilität.

 

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