Lastenfahrräder beim Pressetermin

Das Fahrrad und die letzte Meile

Im Internet zu bestellen wird jeden Tag einfacher, das Paket zuzustellen hingegen jeden Tag schwieriger. Für die Paketzusteller, die keine Park- oder Halteflächen finden, für die Auto- und Radfahrer, die den in zweiter Reihe abgestellten Fahrzeugen ausweichen müssen und für Anwohner und Fußgänger, die Lärm und Abgasen der Lieferfahrzeugen ausgesetzt sind. Der aktuelle Trend sind noch nicht Drohnen, sondern Lastenfahrräder. Von sogenannten Mikro-Depots sollen Pakete in mehreren Großstädten nicht mehr mit Autos, sondern mit Fahrrädern zugestellt werden.

In Berlin, Hamburg, München und Dortmund sind solche Projekte mit Lastenrädern gestartet. Das Ziel: Die Zustellung von Paketen umweltverträglicher zu machen, durch den Rückgang des motorisierten Lieferverkehrs.

In Berlin ist das Pilotprojekt KoMoDo im Juni gestartet. Es ist ein gemeinschaftliches Projekt der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, der BEHALA (Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH), DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS und wird vom Bundesumweltministerium gefördert. Die Abkürzung KoMoDo steht für „Kooperative Nutzung von Mikro-Depots durch die Kurier-, Express-, Paket-Branche für den nachhaltigen Einsatz von Lasträdern in Berlin“.

Lastenräder verschiedener Lieferdienste
Foto: Ralf Rühmeier/berlin.de

Die Besonderheit hier: Erstmals nutzen mehrere Paketdienstleister einen innerstädtischen Umschlagplatz mit Mikro-Depots, der von einem neutralen Anbieter betrieben wird, der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH (BEHALA). Für die Lastenradzusteller der Paketdienstleister DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS sind die Mikro-Depots während der einjährigen Projektphase Ausgangspunkt für die Auslieferung in das umliegende Liefergebiet.

Dabei agieren die Unternehmen weiterhin eigenständig – von der morgendlichen Anlieferung der Sendungen in die Mikro-Depots über die Zwischenlagerung bis hin zur anschließenden Auslieferung zum Endkunden. Die Lastenradzusteller der Projektpartner werden täglich Geschäfts- und Privatkunden im näheren Umkreis „auf den letzten Kilometern“ emissionsfrei beliefern können.

Jedoch können enge Wohngebietsstraßen und auf Straßen verlaufende Radwege zur Belastung für die Auslieferer und anderen Radfahrer werden. Auch, dass die Fahrer den Abgasen des Stadtverkehrs damit deutlich stärker ausgesetzt werden, sollte Beachtung finden.

Langfristig gilt es zum einen, die Erkenntnisse und Ergebnisse des Modellprojektes in der KEP-Branche zu verankern, um Lerneffekte auch dauerhaft in die Geschäftsprozesse der Unternehmen zu integrieren. Zum anderen liefert das Projekt Erfahrungswerte zur systematischen Übertragbarkeit des Modells auf andere Kommunen.

Mehr Informationen: https://www.berlin.de/sen/uvk/presse/pressemitteilungen/2018/pressemitteilung.706285.php